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Das Schweizer Arbeitsrecht und Ich

Das Schweizer Arbeitsrecht umfasst mehrere Gesetzgebungen und definiert die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in grossem Detail. Die Informationen die hier zur Verfügung gestellt werden sind nur als grobe übersicht und Anleitung zu verstehen. Diese übersicht ist weder Umfassend noch komplett. Wir können zudem keine Verantwortung für die Genauigkeit der Inhalte übernehmen – bitte lesen Sie bei Fragen die entsprechende Gesetzgebungen (links weiter unten in diesem Artikel) sowie die Bestimmungen in Ihrem Einzel oder Gesamt Arbeits Vertrag.

Der Arbeitsvertrag

Normalerweise wird ein Arbeitsvertrag in schriftlicher Form ausgestellt. Ein Mündlicher Arbeitsvertrag ist gültig, jedoch muss nach spätestens einem Monat die folgenden minimalen Punkte schriftlich festgehalten werden:

  • Name von Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Vertragspartner)
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • Beschreibung und Art der Arbeit
  • Lohn und Lohnzuschläge
  • Wöchentliche Arbeitszeit

Die Kündigungsfrist

Schweizer Arbeitsverträge sind im Normalfall unbefristet. Die Kündigungsfrist ist daran gebunden wie lange der Angestellte für einen Arbeitsnehmer gearbeitet hat. Während der Probezeit – welche je nach Vertrag zwischen 1 bis 3 Monaten daürt ist die Gesetzlich erforderliche minimum Frist zur Kündigung 7 Tage.

Danach und während dem ersten Jahr der Anstellung beträgt die Kündigungsfrist minimal einen Monat. Vom zweiten bis zum neunten Beschäftigungsjahr sind es 2 Monate und von da an 3 Monate. Es ist jedoch normalerweise so dass die Arbeitgeber nach der Probezeit 3 Monate Kündigungsfrist offerieren. Eine fristlose Kündigung kann nur bei schweren Verfehlungen ausgesprochen werden.

Arbeits Stunden Pro Woche

Das Gesetz lässt eine maximale Arbeitszeit von 45 Stunden die Woche zu. Im Durchschnitt werden Schweizer Arbeitsverträge auf 41 Stunden in der Woche ausgelegt. Die Differenz zwischen der sogenannten Regel Arbeitszeit (der Vertraglich festgelegten Arbeitszeit von 40 bis 44 Stunden) und der maximal erlaubten 45 Stunden wird als überstunden bezeichnet und wird um 25% höher vergütet. Auf diese Vergütung kann jedoch Vertraglich verzichtet werden. Wochenend- und Nacht- Arbeit bedarf einer Kantonalen Genehmigung die durch den Arbeitnehmer eingehohlt wird.

Ferien – Urlaub

Das Gesetz verlangt minimal 4 Wochen Urlaub pro Kalender Jahr sowie 9 offizielle Feiertage die Kantonal geregelt sind. Mindestens 2 Wochen der 4 Wochen sind gemäss Gesetz zusammenhängend zu nehmen. Bis zum 20 Lebensjahr stehen den Arbeitnehmern mindestens 5 Wochen Ferien zu.

Mutterschafts Urlaub

Der gesetzlich festgelegte Mutterschafts Urlaub daürt mindestens 14 Wochen und wird mit mindestens 80% des Lohnes vergütet. Während 16 Wochen nach Geburt besteht zudem ein Kündigungsschutz.

Ruhezeiten am Arbeitsplatz und zwische Arbeitstagen

Die gesetzlich festgelegten minimal Pausen welche ein Arbeitnehmer während eines Arbeitstages zustehen beziehen sich auf die Daür der Arbeitszeit die in diesem Tag geleistet wird:

  • Bei mehr als 5,5 Stunden Arbeit – 15 Minuten
  • Bei mehr als 7 Stunden Arbeit – 30 Minuten
  • Bei mehr als 9 stunden Arbeit – 60 Minuten

Bei Gleitzeitregelungen ist die durchschnittliche täglich geleistete Arbeitszeit relevant. Pausen von 30 Minuten oder weniger dürfen nicht aufgeteilt werden. Sofern der Arbeitnehmer den Arbeitsplatz während den Pausen nicht verlassen darf gelten die Pausen als Arbeitszeit. Zwischen Arbeitstagen muss dem Arbeitsnehmer mindestens 11 Stunden Ruhezeit gewährt werden. Für Erwachsene gilt dass dies unterschritten werden kann, jedoch über eine Periode von 2 Wochen erreicht werden muss.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Nach 3 Monaten im Arbeitsverhältnis steht dem Arbeitnehmer 3 Wochen Lohnfortzahlung zu. Danach wird gemäss Gesetz “für eine angemessene längere Zeit” Lohn entrichtet. In der Praxis sind dies im 5.Jahr der Anstellung etwa 12 Wochen und im 10.Jahr der Anstellung 16 Wochen.
Es ist essentiell Schutz bei einer Krankentaggeld Versicherung zu suchen. Vielfach wird diese Versicherung als Teil der Anstellungskonditionen mit offeriert. Sofern dies nicht der Fall ist kann der Arbeitsnehmer direkt und privat eine Krankentaggeld Versicherung abschliessen. Diese wird zu 50% vom Arbeitsnehmer und zu 50% vom Arbeitsgeber finanziert und bietet Schutz von mindestens 80% des Einkommens während einer Daür von bis zu 2 Jahren.
Bei Arbeitsunfähigkeit muss dem Arbeitsnehmer spätestens am dritten Tag ein ärztliches Zeugnis vorgelegt werden. Gemäss Gesetz kann diese Frist im Einzel Arbeitsvertrag auf einen Tag reduziert werden.

Der Gesamt Arbeits Vertrag

Gesamt Arbeits Verträge werden in der Schweiz Industrie spezifisch ausgehandelt und betreffen circa 50% der Arbeitsnehmer. Ein Gesamt Arbeitsvertrag gilt als Zusatz zum Einzel Arbeitsvertrag wobei Definitionen im Einzel Arbeitsvertrag diejenigen des Gesamt Arbeitsvertrages nicht unterschreiten können. Ein GAV regelt zum Beispiel längere Ferienzeiten von bis zu 6 Wochen, die Zahlung eines 13 Monatslohnes sowie Mitsprache Rechte der Arbeitsnehmer bei Einzel Entlassungen.

Sofern kein Gesamt Arbeitsvertrag geltend ist werden diese Punkte im Einzel Arbeitsvertrag festgehalten, sofern dies nicht der Fall ist gelten die Gesetzlich festgelegten Minimal Werte (zum Beispiel bei Ferien 4 Wochen).

Arbeits Zeugnis

Der Arbeitnehmer kann jederzeit ein Zeugnis vom Arbeitgeber verlangen. Dies muss in keinem Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnis stehen. Das Arbeitszeugnis soll Auskunft über die Daür und die Art der Beschäftigung geben. Auf Wunsch des Arbeitsnehmers muss sich der Arbeitsgeber ausschliesslich auf die Art und die Daür des Arbeits Vetrages beschränken. Ein Arbeitszeugnis muss vom Arbeitsgeber in “nützlicher Frist” ausgestellt werden.

Das schweizerische Arbeitsrecht im Detail – Links zur Legislatur

Das schweizerische Arbeitsrecht ist sehr detailliert und umfasst verschiedene Gesetzgebungen in der Schweiz, namentlich relevant für Arbeitsnehmer und Arbeitsgeber sind folgende Gesetzgebungen:

1. Arbeitsgesetz (ArG)
2. Verordnungen zum Arbeitsgesetz
3. Mitwirkungsgesetz
4. Schweizerische Obligationenrecht (OR)
5. Sozialversicherungsrecht in Bezug auf IV und AHV
6. Unfallversicherung in Bezug auf Arbeitslosenversicherung, beruflicher Vorsorge (II. Säule), Erwerbsersatzordnung und Militärversicherung
7. Gleichstellungsgesetz (GIG)
8. Datenschutzgesetz (DSG)